Mit Smartphone und Transponder

Smarter Schließen – mechanisch und elektronisch

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Dr. Gunnar Hoff ist Bereichsleiter Forschung und Entwicklung bei Dom Sicherheitstechnik. Die Redaktion hatte sich mit ihm für die Titelgeschichte des Hefts 12/17 von GIT SICHERHEIT unterhalten – auch über den neuesten Stand der digitalen Schließtechnik für das Smart Home.

GIT SICHERHEIT: Herr Dr. Hoff, von digitaler Vernetzung ist landauf landab die Rede – wir sprechen heute schon von der Vernetzten Generation. Wie verändert das die Art wie wir Türen öffnen und schließen...?

Dr. Gunnar Hoff:
Die digitale Vernetzung verändert die Welt des Schließens nicht nur bei großen Objekten. Das Smart Home ist ein starker Trend. Er führt dazu, dass auch der private Endverbraucher sich Gedanken darüber macht, ob nicht eine elektronische Lösung für sein privates Heim sicherer und komfortabler ist.

Das breite Angebot dürfte manchen Verbraucher überfordern. Worauf soll er achten – und was ist das Besondere an den Systemen aus Ihrem Hause?

Dr. Gunnar Hoff:
Dom entwickelt und fertigt seit mehreren Jahrzehnten qualitativ hochwertige und sichere mechanische Zylinder für nahezu jede Türsituation. Wir haben schon immer Zylinder entwickelt, die auch höchsten Anforderungen an Manipulations- und Einbruchschutz entsprechen. Dies haben wir unter anderem nachgewiesen durch die „VdS BZ+“-Klassifizierung für unsere hochwertigen Systeme. Dieses Know-how haben wir natürlich auch in unsere digitalen Schließsysteme einfließen lassen, welche wir mehrfach optimiert haben und die nun in der mittlerweile dritten Produktgeneration verfügbar sind. Wir waren zum Beispiel der erste Hersteller eines digitalen Zylinders der mit Standard-RFID-Technologie und -Transpondern arbeitet.

Es gibt verschiedene Übertragungstechnologien – die sich unter einander weitgehend nicht verstehen. Welchen Weg gehen Sie hier?

Dr. Gunnar Hoff: Bezüglich der Transpondertechnik setzen wir auf 13,56MHz mit Mifare Desfire EV2-Transpondern. Das ist ein sehr sicherer Standard. Außerdem ist er enorm verbreitet, was die Kompatibilität mit vielen anderen Anwendungen sichert. Ein zusätzlicher Vorteil ist die direkt integrierte NFC-Schnittstelle, die wir auch in unserer Private-Home-Lösung Dom Tapkey nutzen. Hier kann mit dem NFC-Smartphone das System programmieren und auch die Tür öffnen. Bei den drahtgebundenen Interfaces setzen wir auf Ethernet-IP-Kommunikation. Zusätzlich haben die batteriebetriebenen Geräte wie Zylinder und Beschläge auch noch eine 868MHz-Funkschnittstelle, die sehr energiesparend ist. Sie dient zum Beispiel der Programmierung der Geräte. Wichtig ist, dass alles per Smartphone steuerbar ist. Das heißt natürlich auch, dass die Übertragungsschnittstellen auf den Zutrittsgeräten Consumer-kompatibel sein müssen. Hier geht der Trend eindeutig in Richtung NFC (Near Field Communication) und BLE (Bluetooth Low Energy).
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Sie erwähnten schon „Dom Tapkey“. Was hat es gerade dem Privatanwender mit Smart-Home-Ambitionen zu bieten?

Dr. Gunnar Hoff:
Es ist extrem einfach zu installieren, zu verwalten und zu nutzen. Man braucht lediglich ein Smartphone mit NFC-Schnittstelle, installiert die App aus dem App-Store und meldet sich mit seiner meist sowieso schon vorhandenen Google-ID oder Tapkey-ID an. Danach können sofort Transponder programmiert oder weitere Smartphone-Berechtigungen für die eigenen Zylinder verschickt werden. Aber auch wer kein Smartphone hat, kann das System nutzen. Das ist bei rein BLE-basierten Systemen in der Regel nicht möglich. Mit der Dom Tapkey-App kann man aber nicht nur seine eigene Haustür öffnen. Tapkey ist eine offene Anwendung. Man kann neben der Haustür zum Beispiel auch das Büro, das Carsharing-Auto, die Paketbox oder die Haustür des Nachbarn zum Blumengießen öffnen – egal von welchem Hersteller die Schließgeräte sind. Die Tapkey-App soll wirklich der Schlüsselbund für alles sein. Ein weiteres Highlight ist die Sicherheit des Systems. Durch eine End-to-end-Verschlüsselung von der Cloud bis zum Zylinder und die Verwendung der NFC-Technologie sind einfache Manipulationsversuche, wie sie in der letzten Zeit leider häufig erfolgreich an billigen BLE-Schlössern demonstriert wurden, hier ausgeschlossen.

Wie steht es um die Bedienung der App?

Dr. Gunnar Hoff:
Wir haben bewusst vieles vereinfacht, häufig nicht genutzte Funktionen weggelassen und uns auf die wesentlichen Punkte fokussiert. Durch die durchgängige Verwendung der NFC-Technologie können wir nun alles mit dem Smartphone erledigen: Die Berechtigungsvergabe genauso wie das Einlesen und Programmieren der Geräte und Zutrittsmedien findet in der App statt.

Dom Tapkey – innerhalb weniger Minuten zum eigenen digitalen Schließsystem
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