Krach schlagen

Alarmanlagen schrecken ab – und wenn die Sirene losgeht, lässt das die wenigsten Einbrecher kalt

©Dan Race stock.- adobe.com
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Die klassische Alarmanlage hat vier Beine und bellt gerne, wenn jemand vor der Tür steht, vor allem wenn’s ein Einbrecher zu sein scheint. Meist handelt es sich freilich nur um Briefträgeralarm – und überhaupt haben die wenigsten einen Wachhund zuhause. Vor allem: Nicht jeder Chihuahua kommt so furchteinflößend rüber wie er vielleicht denkt. So kamen die Ingenieure schon im 19. Jahrhundert auf die Idee, unsere struppigen Kameraden technisch zu unterstützen – mit der Alarmanlage, bzw. Einbruchmeldeanlage. Wie ein Hund erkennt sie die Gefahr und meldet sie.

Einer der Vorteile: Sie kann nicht nur Krach machen (akustischer Alarm), sondern auch optisch (z. B. mit einem Drehlicht) oder „still alarmieren“, sprich, unauffällig die Polizei informieren. Ein Sicherheitsklassiker ist sie auch deshalb: Ihr bloßes Vorhandensein schreckt bereits ab – oder raubt dem Einbrecher die Seelenruhe: Er hat weniger Zeit, Unheil anzurichten. So eine Anlage kann, je nach Modell und eingebauten Features, nicht nur vor Einbruch warnen, sondern auch bei Feuer, Gasleck oder Wasserrohrbruch.

Individuell geplant

Für welchen Hersteller Sie sich auch entscheiden: Am Anfang steht die Einschätzung des konkreten Risikos. Das ist durchaus individuell, denn es kommt zunächst einmal auf Ihr persönliches Sicherheitsbedürfnis an, welches Kaliber Sie auffahren, welchen finanziellen Aufwand Sie treiben wollen. Und natürlich hängt dies von den materiellen und immateriellen Objekten ab, die Sie schützen wollen.
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Was die Kosten betrifft: Unter anderem die fortschreitende Miniaturisierung der Elektronik bei gleichzeitig erweitertem Angebot an Funktionalitäten hat dafür gesorgt, sind diese Kosten in den letzten Jahren stark gefallen sind. Wo früher die Vollverkabelung aller Fenster und Türen nötig war, arbeitet man heute mit verschlüsselter Funktechnologie – das ist gerade bei nachträglicher Installation erheblich günstiger. Heute bekommt man zu erschwinglichen Preisen gute Anlagen samt Sensoren – das sollte eine gute Motivation zum Schutz des eigenen Hauses bzw. der eigenen Wohnung bieten.

Smart, vernetzt, intelligent

Auch bei den smarten, also vernetzten und intelligenten Alarmsystemen ist der Markt der Möglichkeiten breit gefächert – von fragwürdigen Produkten unklarer Herkunft bis hin zu qualitativ hochwertigen Kits aus Zentrale und Sensoren von renommierten Herstellern. Wie es sich für die smarte Welt gehört, lassen sie sich mit anderen Systemen von Jalousie- bis Lichtsteuerung vernetzen, per App bedienen – inklusive Alarmbenachrichtigung aufs Handy.

Auf dem Markt gibt es dafür viele Komplettlösungen, die auch die Möglichkeit bieten, das System nach und nach so zu erweitern, dass die einzelnen Geräte untereinander kommunizieren können. So gehört die Einbruchmeldeanlage etwa zu Bosch Smarthome, einer Produktreihe vor allem für private Anwender. Es gibt ein Starter-Paket mit je einem Bewegungs- und Rauchmelder sowie einem Tür- oder Fensterkontakt. Kommuniziert wird per Funk über die Zentraleinheit. Letztere sorgt nicht nur für eine heulende Sirene, sondern meldet es auch per Smart-App, wenn ein Einbrecher sich Zugang verschaffen will. Sensoren können beliebig ergänzt werden.
AXIS Companion
Der deutsche Hersteller Lupus Electronics bietet zum Beispiel eine Auswahl von Schwenk-/Neige- Kameras – und ein ausbaufähiges Starter-Pack mit Basisausrüstung. Die Steuerzentrale ist hier mit einem sogenannten Rolling-Code-Verfahren ausgestattet. Es erschwert das Dekodieren der mit Funk verbundenen Einheiten erheblich.

Bei Abus gibt es z. B. das System Secvest – darin enthalten sind auch sensible Notfallmelder für Rauch, Wasser, Einbruchsversuche – und eine Sirene. Auch hier gibt es Meldungen und Einstellmöglichkeiten per App. Wie nicht anders zu erwarten von einem Unternehmen, das stark für seine mechatronischen Lösungen bekannt ist, sind auch die Türschlösser ins Smarthome-System integriert.

Schon lange am Markt ist auch die Firma Telenot – mit ihrer Alarmanlage „Compact Easy“, das in verschiedenen Designs erhältlich ist. Um noch einige weitere Hersteller zu nennen: Ein umfassendes Angebot kommt auch von Samsung, CM Security, sowie von UTC Fire & Security. Auch von Daitem gibt es eine Funkalarmanlage mit reichhaltigem Programm – dazu gehört zum Beispiel ein Bewegungsmelder, der den Hund des Hauses ignoriert („Tierimmunfunktion“). Ebenfalls erwähnenswert: Das Harmony Hub von Logitech: Geboten wird eine beeindruckend lange Liste kompatibler Smarthome-Geräte (auch aus der Home-Entertainment- Ecke). Bedient wird per App oder Fernbedienung. HD-Videos von Einbruchsversuchen liefert die „Circle- Kamera“, die überall im Haus platziert werden kann.

Ein einziger Sensor für mehrere Zimmer?

Viele Alarmsysteme arbeiten mit Technologien, die dazu dienen, auf ungewöhnliche Aktivitäten anzusprechen. Bestimmte Bewegungen werden dabei mittels Infraschall erkannt. Das ist in aktuellen Systemen bereits im Einsatz – auch zum Beispiel als „Druckalarmgerät“ oder „Raumresonanzfrequenzgerät“ . Als Hauptvorteil wird hier etwa die sehr einfache Installation angepriesen – man braucht keine Löcher für Kabel durch die Wände oder die Decke zu bohren – und es heißt, dass man ein großes Haus damit quasi auf einen Schlag überwachen könne. Bevor man sich darauf allzu sehr verlässt, sollte man aber doch genauer prüfen. So rät etwa der Bundesverband Sicherheitstechnik (BHE) zur Vorsicht: Demnach gibt es einfach zu viele Fehlalarme – so könne etwa ein Flugzeug, ein Gewitter oder gar eine anspringende Heizungsanlage Alarm auslösen. Mit zusätzlicher Technik ließe sich das wohl vermeiden – aber der Aufwand dafür stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten.
Das Smart Home Sicherheit Starter-Paket. Es bietet Schutz vor Bränden und ungebetenen Gästen. Flexibel erweiterbar und ideal für jede Wohnungs- und Hausgröße.
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Nach Art der Zwiebel

Das Zwiebelprinzip ist die Grundidee vieler Konzepte für ein optimal gesichertes Haus: Dabei werden sozusagen Verteidigungsringe gegen Eindringlinge errichtet, die sukzessive zu überwinden sind. Als erste Hürde wäre an Flutlichter und Kameras im Außengelände zu denken, die sich durch das Auslösen von Bewegungssensoren einschalten. Ihre Wirkung beginnt im Übrigen schon, bevor die Sensoren ansprechen: Deutlich sichtbare Alarmkomponenten, hoch an der Wand montierte Sirenenkästen mit Blitzlicht und Glasbruchmelder an den Fenstern sind ein klares Signal für den Verteidigungswillen des Bewohners. Die Aussicht auf Flut- und Blitzlicht und auf Sirenengeheul bestärkt viele Einbrecher darin, sich lieber gleich ein Haus ohne Alarmanlage auszusuchen.
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Türen und Fenster gehören klarerweise zu den möglichen Schwachstellen – vor allem in Souterrain, Erdgeschoss und erster Etage. Auch hier sollte man freilich abwägen und sich erst einmal verstärkt auf Bereiche konzentrieren, die von außen, insbesondere von Nachbarn nicht einsehbar sind. Dort helfen sichere Fenster- und Türschlösser – dazu kommen Glasbruchmelder und magnetische Kontakte, die sich häufig per Funk mit der Alarmsteuerung verbinden lassen.
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Spätestens dann, wenn unser Dieb trotz allem auf unseren Wohnzimmerteppich gelangt, sollte er von Bewegungssensoren im Innenraum erfasst werden. Sie müssen möglichst alle Türen und Fenster und die zu schützenden Bereiche im Haus abdecken. Dank ihrer inzwischen sehr fortgeschrittenen Elektronik schlagen die meisten der heute erhältlichen Systeme selten ohne guten Grund Alarm. Die Empfindlichkeit der Sensoren lässt sich zudem auch so fein justieren, dass die nächtlichen Patrouillen der Hauskatze den Schlaf der Hausherren nicht unterbrechen.

Der Alarm und seine Folgen

Schlägt nun die Anlage Alarm, können eine Reihe von Folgen ausgelöst werden. Als Minimum wären hier unangenehme akustische Folgen zu nennen – sie treiben den Einbrecher oft in die Flucht oder veranlassen ihn zumindest, seinen Aufenthalt drastisch zu verkürzen. 
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Ein weiterer Schritt wäre es, die Alarmanlage bei einem Sicherheitsdienst in der Nähe aufzuschalten. Das geschieht üblicherweise per Anruf über das Telefonfestnetz oder ein Mobilfunknetz, der den Alarm an eine zentrale Alarmempfangsstelle weitergibt. Solche Dienste gibt es z. B. von großen Anbietern wie Bosch oder Securitas, aber auch von kleineren regionalen Firmen. Bei diesem Sicherheitsdienstleister wird ein Aktionsplan hinterlegt, der alle erdenklichen Szenarien der Alarmauslösung abdeckt und die weitere Vorgehensweise der Sicherheitskräfte festlegt. Ob sich die Kosten dafür lohnen, ist eine Frage der eigenen Risikoeinschätzung.

Und wie wäre es, seine Alarmanlage direkt an die Polizei anzuschließen? Im Prinzip ist das möglich – aber nur in bestimmten Fällen. Dafür gibt es die sogenannte ÜEA-Richtlinie. Das steht für die „Bundeseinheitliche Richtlinie für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen mit Anschluss an die Polizei“. Errichtung und Betrieb solcher Anlagen durch qualifizierte Fachunternehmen müssen auf der Grundlage einer polizeilichen Lagebeurteilung genehmigt werden. Das kommt, knapp formuliert, bei besonders gefährdeten Personen in Betracht, deren Sicherheit zu gewährleisten im öffentlichen Interesse liegt.
Die XT1 Plus von Lupus vereint Smart Home, elektronische Alarmanlage und Videoüberwachung in einem System
Die XT1 Plus von Lupus vereint Smart Home, elektronische Alarmanlage und Videoüberwachung in einem System
Die smarte Funk-Alarmanlage D18 von Daitem bietet beste Voraussetzungen für einen umfassenden Schutz der persönlichen Komfortzone Foto: Daitem
Die smarte Funk-Alarmanlage D18 von Daitem bietet beste Voraussetzungen für einen umfassenden Schutz der persönlichen Komfortzone Foto: Daitem



Einbruchsmythos „Bei mir gibt‘s nichts zu holen“

Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch lag im Jahr 2016 bei rund 3.250 Euro, insgesamt zahlten Versicherungsunternehmen rund 470 Mio. Euro an die Opfer aus. Die meisten Einbrecher handeln spontan – es geht um die gute Gelegenheit, schnell zum Erfolg zu kommen. In den meisten Fällen weiß der Einbrecher daher nicht, welche Werte zu erwarten sind. Der Einbau eines hochwertigen Schließzylinders in Kombination mit einem von innen verschraubten Schutzbeschlag sowie ein Schließblech mit Mauerverankerung bilden die Basis einer sicheren Eingangstür, den sogenannten mechanischen Grundschutz. Zusätzlich empfiehlt sich der Einbau von Zusatzschlössern, z.B. eines Panzerriegels, wie das VdS-anerkannte Modell PR2800 von Abus, der die Tür über die gesamte Breite sichert. Fenster lassen sich nachträglich durch mechanische Fenstergriffschlösser bis hin zu Stangenschlössern mit Mehrfachverriegelung schützen, die vielfach auch als elektronische Variante erhältlich sind. Diese Mechatronik-Produkte verfügen über eine lokale Alarmfunktion oder lassen sich direkt in Alarmsysteme integrieren. Abus bietet z. B. mit dem Funkalarmsystem Secvest eine VdS-Home-zertifizierte Lösung, welche die mechatronischen Sicherungen in eine Alarmanlage integriert.

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Securiton GmbH

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